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Mobile Damals: Immer diese Bandbreite….

Die gleichen Probleme damals und heute

Heute mal ein Beitrag aus dem Bereich History. Wir hatte ja vor etwas über 10 Jahren schon den ersten Mobile-Hype. Damals war GPRS Brandneu, WAP in aller Munde und I-Mode in Japan die große Erfolgsgeschichte.

Zu dieser Zeit war ich bereits im Bereich Mobile Computing unterwegs und habe ab und zu Gastbeiträge in einer Kolumne zu diesem Thema auf Handelsblatt.com geschrieben. Das ist noch nicht so spannend. Spannend ist aber was ich vor 10 Jahren so geschrieben habe, womit wir uns zu der Zeit beschäftigt haben und welche Entwicklungen für die Zukunft vorausgesagt wurden. 

Ich bin sehr froh, dass ich mich für die meisten meiner Aussagen nicht schämen muss. Als Beispiel möchte ich heute hier einen Techt aus dem April 2001 präsentieren. Inhalt war die Diskussion um Bandbreiten und die damals vorherrschende Ansicht, dass mit steigender Übertragungsgeschwindigkeit alle Probleme von allein gelöst sind.

Dabei gilt (damals wie heute) dass andere Aspekte viel wichtiger sind. Trotz UMTS ist das Display eines Smartphones immer noch kleiner als der Bildschirm auf meinem Schreibtisch, sind Texteingaben noch immer umständlicher als am PC, usw. Eine erfolgreiche mobile Anwendung erfüllt einen ganz konkreten Nutzen und unterstützt den Anwender gezielt bei dem was er tun möchte. Das gilt heute nicht weniger als 2001.

Aber ich schweife ab. Hier ist der Artikel, lesen Sie selbst. Und wenn Sie dem Link am Ende folgen können Sie sogar sehen wie ich damals aussah….

Bandbreite ist nichts!

WAP ist schlecht, weil die Datenübertragungsraten von 9600 bps viel zu langsam ist – sagt man. Mit GPRS und UMTS wird alles besser – sagt man. Weil ja die Übertragungsraten in ungeahnte Dimensionen vorstoßen – sagt man. Aber das Problem ist doch ein ganz anderes – sage ich!

Zugegebenermaßen ist es nicht allzu prickelnd, wenn man bei einer WAP Anwendung darauf wartet, dass endlich die Seite geladen ist. Aber was die Geduld der Anwender weit mehr auf die Probe stellt und für die meisten Leute viel abschreckender ist, ist doch die umständliche Texteingabe, das kleine Display und schlechte, unstabile, unübersichtliche Anwendung. Da macht es den Anwender auch nicht glücklich, wenn die Seite mit 20 Links, die ihn nicht interessieren, in Sekundenschnelle auf dem kleinen Display seines Telefons erscheint.

Sind also GPRS und UMTS zum Scheitern verurteilt? Sicher nicht. Aber wir sollten uns davor hüten, in ähnliche Euphorie zu verfallen, wie es vor rund einem Jahr bei WAP der Fall war. WAP konnte niemals die überzogenen Erwartungen erfüllen, aber genauso wenig ist WAP so schlecht, wie es im Moment geredet wird. Der Grund für das klägliche Scheitern von WAP ist, dass versucht wurde, bestehende Internetseiten auf das Telefondisplay zu zwängen. Es wurde dabei aber völlig außer Acht gelassen, dass hier Beschränkungen und völlig andere Randbedingungen herrschen.

Die erste Frage, die sich bei einer mobilen Anwendung stellt, ist: Warum will jemand überhaupt mobil darauf zugreifen? Wenn es auf diese Frage keine Antwort gibt, ist jede WAP-Umsetzung Unsinn. Gibt es aber auf diese Frage eine vernünftige Antwort, dann muss die Umsetzung wirklich so erfolgen, dass der Anwender auf kürzestem Wege seine Ergebnisse erzielen kann.

Wir wollen keine WAP Seiten mit unendlichen Linklisten, auch keine Werbebanner, und schon gar nicht wollen wir mit unserem WAP-Handy im Internet surfen. Der Anwender will “rein”, sich auf dem schnellsten Wege Informationen beschaffen, die er hier und jetzt und nicht erst am Montag Morgen braucht. Daran ändern auch höhere Übertragungsgeschwindigkeiten nichts. Beispiele belegen, dass schon mit unseren mageren 9600 bps gute Anwendungen möglich sind. Steigt die Datenübertragungsrate, wird es noch schöner. Sicher ist aber, dass die besonderen Anforderungen an mobile Anwendungen berücksichtigt werden müssen, sonst werden wir mit GPRS und UMTS das Gleiche erleben, wie zuvor mit WAP.

Der Artikel im Archiv von Handelsblatt.com

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