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Google I/O Bericht Teil 3

Nach dem GDG Summit trafen wir also in San Francisco ein. Ich habe mir dort mit Jan Stalhut ein Zimmer in einem Hostel geteilt. San Francisco hat sehr viele hübsche Ecken, dennoch prallen in dieser Stadt zwei Welten aufeinander. Einerseits finden sich sehr viele Hochhäuser und teure Läden und andererseits sind sehr viele Obdachlose anzutreffen. Als Bremer hat mich dies erstmal sehr überrascht.

Nun zur Google I/O: In den letzten Jahren gab es mehrere sogenannte Keynotes, bei denen neue Geräte und Technologien vorgestellt wurden. Diese beliebten Sessions waren ca. 1-2 Stunden lang. Dieses Jahr hingegen, gab es nur eine Keynote zu Beginn der Konferenz. Man konnte diese also als Einführungsveranstaltung sehen. Ebenso war die Dauer, um einiges länger, nämlich 3,5 Stunden. Vor Beginn der Keynote spürte man eine gewisse Euphorie im ganzen Saal.

Die Ankündigungen auf der Keynote entsprachen dann teilweise den Erwartungen, die ich im ersten Teil dieser Blogserie genannt habe. Die größte Überraschung lag sicherlich im Bereich Android. Eigentlich ist jeder im Saal davon ausgegangen, dass eine neue Android-Version bekannt gegeben wird. In den letzten Tagen vIMG_20130515_152716or der Konferenz gingen schon die Gerüchte herum, dass die Version 4.3 wieder unter dem Namen Jelly Bean veröffentlicht wird, statt als Key Lime Pie, aber das garkeine Version veröffentlicht wird, ist neu. Dies bedeutet allerdings nicht, dass es keine Neuheiten im Bereich Android gab. Das Android Team hat neue APIs für die Play Services veröffentlicht. Google Play Services ist eine Bibliothek, die mit dem Play Store mitgeliefert wird und auf alle Geräten mit der Version 2.1 und höher verfügbar ist. Diese Bibliothek ist keineswegs neu und beinhaltete bereits vor der Konferenz unter anderem die neue Google Maps API und den Push-Dienst Google Cloud Messaging. Mit dieser Bibliothek besitzt das Android Team die Möglichkeit Versionsunabhängig neue Funktionalitäten zur Verfügung zu stellen. Der Vorteil hierbei ist, dass die APIs somit nicht, der häufig kritisierten Versions-Fragmentierung unterliegt. Die Neuheiten in der Bibliothek sind unter anderem Geofencing, ein Update von Google Cloud Messaging und Activity Recognition. Mit Hilfe der Geofencing API, muss eine App nicht ständig prüfen, ob sich der Nutzer an einem bestimmten Ort befindet, sondern es wird ein Event an die App geschickt, sobald sich der Nutzer an dem Ort befindet. Dies soll Akkusparender sein. Google Cloud Messaging hat ebenfalls ein großes Update bekommen. Man kann nun die Nachrichten nicht nur an ein Gerät pushen, sondern auch an einen Nutzer, wodurch eine Geräteübergreifende Synchronisation der Nachrichten realisiert werden können. Habe ich also auf einem Gerät bereits eine Meldung erhalten und diese als gelesen markiert, dann wird dieses auch auf meinen anderen Geräten bemerkt. Abschließend bietet Activity Recognition eine sehr interessante neue Möglichkeit zu erkennen, ob und wie sich der Nutzer des Gerätes fortbewegt. Damit kann zum Beispiel realisiert werden, dass eine App sich je nach Aktivität des Nutzers anders verhält. Im Falle einer Fahrradrouten-App, würde die Ortsbestimmung häufiger durchgeführt werden, wenn der Nutzer tatsächlich mit dem Fahrrad unterwegs ist. Wenn der Nutzer zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs ist, würde die Ortsbestimmung seltener durchgeführt werden.

Neben den Neuheiten in Android, wurde unter anderem ein neues Google Maps-Design vorgestellt. Mit diesem Update, soll der Platz des Fensters besser genutzt werden. Die Teilnehmer der Google I/O konnten als erste bereits das neue Design ausprobieren. Ich finde das Design sehr angenehm und besonders die neue Funktionalitäten, wie die stärkere Einbindung von öffentlichen Verkehrsmitteln und die Anzeige von den eigenen besuchten Orten, überzeugen mich.

Auch Google+ hat eine Design-Überarbeitung erhalten. Diese bietet neue interessante Bedienungselemente, wird aber momentan noch nicht so positiv aufgenommen. Viele mögen die mehreren Zeilen im Stream, bzw. den freien Platz bei einer Zeile nicht. Ich persönlich mag das Design, da es mich an die Stream-Darstellung auf dem Tablet erinnert. Eine weitere Neuheit in Google+ ist, dass der Messenger Google Talk nun durch den neuen MessIMG_20130516_124037enger Hangouts ersetzt wurde. Hangouts ist der Versuch von Google die verschiedenen Messenger Talk, Google+ Messenger, Hangout, Google Voice, etc. zusammen zubringen. Ich habe dies bereits im ersten Teil erwartet, dort aber noch den Namen Babel genannt. Ich habe Hangouts die letzten Tage ausprobiert und die Handhabung ist ein riesen Fortschritt im Vergleich zu Google Talk. Einzig die Umstellung des Protokolls, also weg von XMPP, empört die Entwickler, da somit einige Möglichkeiten, die Talk noch geboten hat, nun wegfallen. Ob Google in der Zukunft hier eine Alternative, bzw. eine API anbietet, ist ungewiss.

Über die Keynote könnte ich noch ewig weiter berichten. Wer sich die 3,5 Stunden nochmal angucken möchte, kann dies auf YouTube machen [1]. Was mich zunächst enttäuscht hat, war die fehlenden Ankündigungen, was die Google Cloud Platform, bzw. Google App Engine anging. Ich wollte wissen, ob PHP nun wirklich unterstützt wird und was es weiteres Neues in Sachen Cloud gibt. Nach der Keynote wurde ich aber wieder wohlgestimmt, denn direkt die erste Session, war ein Kickoff zur Google Cloud Platform. Dort wurden alle Neuerungen rund um Google Cloud Platform von Urs Hölzle vorgestellt. Unter anderem wurde hier, wie erwartet PHP für Google App Engine bestätigt. Für Google war das der einzig nachvollziehbare Schritt, da drei viertel der Seiten im World Wide Web mit PHP geschrieben sind. Ebenso war das häufigst angefragte Feature für Google App Engine, die Programmiersprache PHP zu unterstützen. Ebenso erfolgte die bereits erwartete Öffnung von dem Infrastructure as a Service(IaaS)-Dienst Google Compute Engine[2] und wurde mit zwei neuen Instanzen gekoppelt, die die Nutzung der Compute Engine auch für Privatpersonen erschwinglich machen. Mit einer Mikro-Instanz kann man bei voller Nutzung auf unter 15 $ pro Monat bleiben. Damit ist die Compute Engine vergleichbar (sowohl vom Preis, als auch von den Hardware-Ressourcen) mit Amazons EC2. Ein Vortrag über die Compute Engine, wird bereits in der GDG Bremen für den Stammtisch im Juli geplant[3]. Die große Überraschung bei der Kickoff Session, war die Abspaltung der nicht relationalen Datenbank Datastore von Google App Engine. Somit kann, die auf dem BigTable Konzept basierenden Datenbank nun auch von der Compute Engine oder dem eigenen Server aufgerufen werden.

Obwohl die Keynote und die Cloud-Kickoff-Session bereits Stoff für eine ganze Woche geboten hat, gab es anschließend noch weitere 30-60 minütige Vorträge zu den neuen Veröffentlichungen. Am ersten Tag der I/O habe ich noch weitere Themen zu Googles Cloud Diensten, aber auch zu Android gesehen. Im Detail werde ich hier nicht davon berichten, sondern lieber noch einen kurzen Abschnitt zu der After Hours Party am ersten Tag schreiben: In jedem Jahr auf der Google I/O bietet Google an einem Abend eine Party für die Teilnehmer an. Diese Party ist nicht mit einem Diskogang zu vergleichen, da dort verschiedene technische Spielereien zu finden sind. Die Beschreibung spare ich mir hier, da ein Video einen besseren Einblick gibt. Jan Stalhut hat ein 13-minütiges Video erstellt, wo ihr euch alles einmal angucken könnt[4]. Ebenso haben in diesem Jahr Billy Idol und Steve Aoki auf der Party Konzerte gegeben, wodurch die Stimmung einfach grandios war.

YouTube Preview Image

Im nächsten Beitrag werde ich von den übrigen zwei Tagen auf der Google I/O und meiner kurzen Sightseeing Tour anschließend berichten. Schaut also wieder rein ;-)  

Quellen:

[1] – http://youtu.be/9pmPa_KxsAM

[2] – https://cloud.google.com/products/compute-engine

[3] – http://bremen.gtugs.org

[4] – http://www.youtube.com/watch?v=7RCkwjCzA0g

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