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Ein Portal, ein Tor zum personalisierten Content – Teil 5

Ein Beispielhaftes Integrationsszenario

(Fortsetzung von Teil 4)

Portal-Architektur

Im vorherigen Kapitel haben wir bereits die Architektur eines Portals und seiner integrierten Komponenten beleuchtet, nun wollen wir uns in detaillierterer Form der physischen Architektur und dem Zusammenspiel der Komponenten unter funktionellen und informellen Aspekten einer PortalImplementation im Detail widmen.

Aus Platzgründen geben wir allerdings nur einen groben logischen Überblick und fixieren uns nicht auf die technischen Unterschiede bei verschiedenen Portallösungen oder Portalherstellern.

Funktionelle Sicht

Die funktionelle Sicht soll eine Abstraktion der eigentlichen technischen Integration eines Portals darstellen und Kernaufgaben und Funktionen der einzelnen Komponenten und deren Zusammenarbeit untereinander – inklusive ihrer Abhängigkeiten und Datenströme erklären.

Technisch vereinfacht gesehen besteht jedes Portal aus den folgenden Komponenten:
Portale #7

Portal-Instanz-Manager

Jeder Baustein hat eine besondere Funktion und verhält sich interaktionsmäßig anders in Bezug auf externe Komponenten. In unserem Beispiel ist die sogenannte Portal-Instanz das eigentliche Frontend des Portals, also die Schnittstellte zum Endbenutzer. Sie kümmert sich als zentraler Baustein um die graphische Aufbereitung der Informationen, die von den verschiedenen angebundenen Anwendungen über die Konnektoren geliefert wurden.

Ferner regelt dieser Baustein die Kommunikation zwischen zwei Portlets, indem bestimmte Events in den Portlet-Datenquellen abgefangen, interpretiert und komplette oder einzelne gefilterte oder errechnete Inhalte zu anderen Portlets umgeleitet werden.

Der Portal-Instanz-Manager regelt auch alle Aspekte des Benutzer- und Session-Managements, er fertigt Snapshots der aktuellen Benutzersitzung an und veranlasst das speichern oder laden dieser Daten bei der An- und Abmeldung.

Die Portal-Instanz beinhaltet alle graphischen Elemente des Portals und stellt diese dem Endbenutzer zur Verfügung. Sie aggregiert Informationen aus verschiedensten Datenquellen und bereitet sie zur Anzeige auf verschiedenen Distributionskanälen entsprechend der individuellen Benutzereinstellungen auf. Gleichzeitig steuert die Portal-Instanz die Kommunikation zwischen den angeschlossenen Anwendungen des Portals und ordnet alle Ausgaben gemäß der festgelegten Taxonomie. Intern kann so die Portal-Instanz in die beiden Unterbereiche Portal-Kernfunktionalität, sowie Portal-Interfaces zur Anbindung von Drittanbieter-Anwendungen unterteilt werden. Die Portal-Instanz arbeitet eng mit dem InterfaceManagement zusammen, um Datenverbindungen mit externen Applikationen und anderen Datenquellen aufbauen zu können.

Anwendungsschicht

Die Anwendungsschicht gruppiert und verwaltet alle auf dem Portal eingebundenen Anwendungen. Dies umfasst sowohl die Verwaltung generischer Informationen wie Name, Parameter, Logfile-Erstellung, Benutzungsstatistiken und den Abonnementstatus, so das z.B. nur autorisierte Nutzer Zugriff auf eine bestimmte Anwendung haben, oder kostenpflichtige Service Provider entsprechend abgerechnet werden können.

Außerdem stellt die Anwendungsschicht diverse Überwachungsdienste bereit, um daraus die Kundenzufriedenheit und Nutzungsstatistiken für einzelne Inhalte und Portlets ableiten zu können.

Die Anwendungsschicht ist ferner der logische Gegenpart der Portal-Instanz von einem Architektur-Standpunkt aus gesehen. Während die Portal-Instanz für die Aufbereitung der gesamten Portalsitzung zuständig ist, fokussiert sich die Anwendungsschicht lediglich auf die in das Portal integrierten Applikationen und stellt eine Auswahl an dedizierten Funktionalitäten zur Verfügung. Sie steuert die Registrierung von Anwendungen, die Verwaltung von Abonnements und andere administrative Tasks und Statistiken in deren Hinblick. Dadurch ist die Anwendungsschicht eine zentrale Komponente im benutzerorientierten Ansatz, da sie wichtige Informationen über die exakte Nutzung der Portalfunktionalitäten liefern kann.

Interface-Management und externe Anwendungen (Konnektoren)

Das Interface Management ist eng mit der Anwendungsschicht und der Portal-Instanz verbunden und stellt alle graphischen Benutzeroberflächenelemente des Portals für die extern angebundenen Anwendungen bereit.

Dieser Baustein steuert alle Daten-Ein- und -Ausgaben von oder zu angeschlossenen Applikationen und kann bei Bedarf auch einfache Konversionen von Datentypen durchführen. Technisch eingebunden zwischen der Portal-Instanz und der externen Anwendung, sorgt das Interface Management für graphische Umwandlung oder die Überwachung und Filterung von Datenströmen zur Auslösung von Triggern in Workflows. Naturgemäß muss diese Komponente sehr offen und modular gestrickt sein, um eine möglichst vielfältige Anzahl von Datentypen oder Formaten interpretieren zu können. Die meisten Portalhersteller legen selbst bei kommerziellen nicht quelloffenen Portalsystemen eine vollständige APIDokumentation dieser Konnektoren bei.

Systemkern

Der Systemkern des Portals regelt und steuert die globalen Zugriffe des Portals auf zentralisierte Speicher, die Generierung von URLs und die Verwaltung der Systemressourcen. Der Systemkern versendet aber auch Nachrichten an verteilt installierte andere Portal-Nodes und fragt die Status-Informationen zum Stand der einzelnen Tasks der WorkflowManagement-systeme periodisch ab.

Eine direkte Verbindung zwischen dem Session-Management und des Workflow-Systems (als Bestandteil des Systemkerns) unterstützt ferner den benutzerorientierten Architekturansatz des Portals, da Benutzer somit in der Lage sind, sowohl Anwendungen als auch Workflows entsprechend zu parametrisieren und eigene Einstellungen vorzunehmen. Dadurch können Benutzer einfach bei ihrer gewohnten Anwendungsumgebung bleiben und arbeiten, während dieser Umstand den Schulungsaufwand und das Training auf neue, spezifische Anwendungen drastisch reduziert. Im Rahmen der Prozess Definition bedarf dieser Ansatz allerdings größter Sorgfalt, damit diese Datenformate und Ergebnisse im Rahmen von Tasks und Events als Bestandteil von Workflows entsprechend auch diese „portalexternen“ Trigger berücksichtigt werden.

Der Systemkern ist also das Herzstück der Portalarchitektur, bestehend aus Modulen die einige wichtige Basisfunktionalitäten eines Portals sicherstellen.

Dazu gehören: Workflow-Management, Benachrichtigungsmanagement, Steuerung von Datenspeicherzugriffen, Zugriffssteuerung, Sicherheit und Identitätsmanagement. Die untergeordneten Komponenten wie die PortalInstanz, die Security-Schicht und die Anwendungsschicht benötigen den Systemkern zwingend zur Interoperabilität.

Fortsetzung in Teil 6:

Im nächsten Teil geht es um die Security Schicht, Store Management und Daten-Elemente, sowie um Informationsfluss und Datenströme. 

Lesen Sie hier ab dem 25.09 den Teil 6

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