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Ein Portal, ein Tor zum personalisierten Content – Teil 3

Marktüberblick

Die Unternehmensberatung Gartner Group erstellt in regelmäßigen Abständen eine Marktstudie zu den aktuellen Portaltechnologien. In der aktuellsten Version sind die kommerziellen Marktführer derzeit die Firmen Microsoft (SharePoint), SAP (Netweaver), Oracle (WebCenter), IBM (WebSphere) und Liferay (Portal). Herausgefordert werden diese großen etablierten Firmen mit ihren zum Teil sehr kostspieligen Portallösungen seit einiger Zeit von unter GNU General Public License publizierten und quelloffenen Ablegern, wie Drupal oder JBoss Portal.

Ehemalige Marktführer wie zum Beispiel der amerikanische Hersteller Plumtree (Corporate Portal) sind fast vollständig von der Bildfläche und mittlerweile so gut wie in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Ein Grund dafür sind die zum Teil ungerechtfertigt hohen Lizenzkosten des Produktes im Vergleich zur Konkurrenz, in Bezug auf den zusätzlichen Anpassungsaufwand bei lediglich einer überschaubaren Anzahl von BackendKonnektoren und aufgrund der Kosten geringen Installationszahlen.

In der Industrie werden darüber hinaus heute noch weitere spezifische Portallösungen mit einer B2B-Ausrichtung und speziellen Konnektoren für z.B. PPS-Systeme genutzt, darunter sind z.B. TIBCO oder Covisint.

Kurzvorstellung: Microsoft SharePoint

Der Produktname SharePoint steht gleich für eine ganze Reihe von eng miteinander verbundenen Softwareanwendungen der Firma Microsoft. Aufgrund der Tatsache das SharePoint viel mehr eine Plattform, als eine einzelne Anwendung repräsentiert, ist der mögliche Einsatzzweck und die Benutzungsszenarien sehr breit gefächert. Denkbar ist die Verwendung als Dokumenten-Management-System (DMS) oder als Mitarbeiter-Informationsportal (MIS). Ein weiterer Vorteil vom SharePoint ist die volle und vor allem sehr einfache Integration in die Microsoft Welt. 

Kurzvorstellung: Liferay Portal Server

Liferay sagt über sich selbst die weltweit am meisten verbreitete quelloffene Unternehmensportallösung zu sein. Es bedient sich insbesondere Java, Java EE und vielen Web 2.0 Methodiken und richtet sich sowohl an öffentliche Behörden und private Unternehmen. Aufgrund der Realisation des Portal-Servers in der Programmiersprache Java werden Standards wie JSR-168 und JSR-286 und sogar das sehr aktuelle Web Services for Remote Portlets Protokoll (WSRP) für die Einbindung externer Inhalte in die Portlets und deren Indizierung mittels der Suchmaschine OpenSearch unterstützt.

Liferay ist im Open-Source erhältlich mit einem optionalen kommerziellen Wartungsvertrag durch Liferay, Inc., zusätzlicher Code wird stetig von einer sehr aktiven Community beigesteuert.

Seit Erscheinen im Jahre 2002 wurden im Schnitt circa alle acht Monate neue Releases veröffentlicht.

Liferay Portal Server beinhaltet zwei Komponenten:

  1. Liferay Journal CMS, die Komponente für die portalbasierte Publikation von Inhalten und Bereitstellung einfacher Dokumenten Management Funktionen (CMS/DMS).
  2. Liferay Kollaboration Suite, eine Sammlung einfacher Tools für die Teamarbeit, bestehend aus über 60 fertigen Portlets wie z.B. Mail, Kalender, Blog, IM, RSS und Wiki.

Das folgende Schema zeigt eine exemplarische Liferay-Architektur, welche ihr offenes Framework über eine API für gängige Web Services wie SOAP, JSON und RMI/HTTP zur Verfügung stellt.

Portale #1

Vom Integrations-Standpunkt her bietet Liferay ein sehr robustes technisches Backend für die Einbindung von externen Diensten und Applikationen. Eine große Anzahl an Portlets und Konnektoren zu anderen Content-Management-Systemen oder Verzeichnisservern sind außerdem bereits verfügbar. Allerdings ist die Unterstützung für Multi-ServiceSzenarios zur Zeit nur ansatzweise implementiert, die hat zur Folge das der Meta-Cloud-Approach in der derzeitigen Version nicht verfolgt werden kann.

Detailvorstellung: SAP Netweaver Portal. Das SAP Netweaver Portal welches von der bekannten gleichnamigen Firma SAP herausgegeben und gepflegt wird, wurde von Anfang an darauf ausgelegt Geschäftsprozesse über Unternehmensgrenzen hinweg abzubilden. Unter strikter Umsetzung von Portal-Ansätzen erlaubt SAP Netweaver Informationen, Dienste und Anwendungen aus heterogenen Systemlandschaften in ein einheitliches Benutzerinterface zu bringen. Aus diesem Grund bietet SAP Netweaver nicht nur eine breite Unterstützung der hauseigenen SAP-Produktlinie, sondern auch die Integration der Produkte anderer namhafter Hersteller wie z.B. Microsoft .NET und IBM WebSphere.

Über einen dedizierten Marktplatz lassen sich weitere Services – sowohl kostenlose als auch bezahlte Services – die eine vorherige Registrierung und Abo-Zahlung erfordern – direkt in das SAP Netweaver Portal auf flexible Art und Weise einbinden.

Kurzvorstellung: IBM WebSphere Portal

Als Weltmarktführer mit einer starken Präsenz bei mittelständischen und großen Unternehmen, brachte IBM eine integrierte Portalprodukt-Suite auf den Markt, welches auf IBM WebSphere Portal und vielen ergänzenden Lösungen, wie z.B. Lotus Web Content Management, Lotus Connections, IBM Market Center und Tivoli Access/Identity Manager aufsetzt. Alle diese zusätzlichen Tools basieren auf einem soliden Framework, welches eigene weitreichende Anpassungen ermöglicht.

Mit den standardmäßig integrierten Portalfunktionalitäten wie Personalisierung, Single-Sign-On (SSO) oder Team-Zusammenarbeit geht WebSphere komplett eigene Wege und verfolgt ganzheitliche Integration von Applikationen, die sogar die Integration ganzer Business-Seites wie SAP ermöglichen.

Basierend auf Java EE unterstützt IBM WebSphere Portal ebenso Standards wie JSR-168 und JSR-268 und auch WSRP. Über den eingebetteten Solutions Catalogue können direkt externe Services über Drittanbieterlösungen eingebunden werden. Diese Lösungen werden überwiegend als Software-als-a-Service (SaaS) Lösungen angeboten und kurzerhand für eine bestimmte Anzahl von Nutzungen oder über längere Periode gemietet.

Diese Services decken von robuster B2B-Integration über Customer Relationship Management (CRM), Dokumenten Management, Enterprise Ressource Planning (ERP) und sogar Netzwerk-, Security oder PrivacyManagement alles ab.

Fortsetzung in Teil 4:

Im nächsten Teil zeige ich Ihnen ein Beispielhaftes Integrationsszenario.

Lesen Sie hier ab dem 11.09 den Teil 4

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