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//build/ – Microsoft Entwickler-Konferenz mit spannenden Ankündigungen

Letzte Woche fand in San Francisco, Kalifornien, die Microsoft Entwicklerkonferenz „//build/ 2013“ statt, nur 8 Monate sind seit der letzten Konferenz vergangen. In drei Tagen und zwei Keynotes wurden dabei die Neuigkeiten rund um die Microsoft-Plattformen vorgestellt.

Das am Meisten erwartete Feature war sicherlich die neue Windows-Version, die einfach nur Windows 8.1 heißen wird. Vom viel spekulierten Codenamen „Blue“ war keine Rede mehr. Dabei hat sich viel mehr getan als die Wiedereinführung des vermissten Start-Buttons, diese Diskussion hat ja in der Vergangenheit die Berichterstattung über das kommende Windows-Update stark dominiert. Unter der Haube hat sich viel mehr getan, neue Controls für Apps sind ebenso dazu gekommen die neue Möglichkeiten der Anpassung und eine bessere Benutzerführung. Die sichtbaren Kleinigkeiten sind dabei nur die Oberfläche, auch unter der Haube hat sich viel getan. Nur werden diese Änderungen nicht so direkt wahrgenommen, sondern betreffen viele neue und erweiterte Entwickler-APIs, die für verschiedenste Zwecke benutzt werden können.

Ebenfalls vorgestellt wurden zahlreiche neue Geräte, der Fokus dabei liegt zurzeit sicherlich auf neuen Tablet-PCs. Die Geräte zeigen auch deutlich, dass jetzt so langsam ein Markt für bezahlbare Touch-Geräte entsteht. Und auch im App Store tut sich eine Menge, mittlerweile haben große Unternehmen wie Foursquare oder Facebook angekündigt, in absehbarer Zeit eine App für Windows bereitzustellen. Damit wird eine wichtige Lücke geschlossen, die zur Akzeptanz der Windows Phones im breiten Consumer-Geschäft beitragen wird. Das alte Argument, es seien nicht genug Apps verfügbar, verliert zunehmend an Gewicht.

Und eins wird deutlicher denn je: Windows ist kein Betriebssystem mehr, sondern ein Bedienungsgefühl. Egal ob auf dem Tablet, dem klassischen PC, der XBOX (und damit dem Fernseher) oder dem Telefon, die Windows-Plattform bedient sich überall gleich und tauscht auf Wunsch Einstellungen und Daten aus.

Zum Thema Bedienung: Ob per Touch oder klassisch mit der Maus, beides ist möglich und beide Arten der Bedienung haben ihre Vorteile. Und für beide gibt es durchaus brauchbare Lösungen. Wer zum Beispiel über das alte und neue Startmenü meckert, er findet seine Einträge nicht mehr wieder, sollte einfach mal eintippen, wonach er sucht. Umgekehrt ist bei Touch-Bedienung das Kachel-Startmenü die erste Wahl und dann auch durchaus brauchbar. Ähnlich wie beim Wechsel von Windows 3.1 (wer kennt den Programm-Manager noch) zum Start-Menü unter Windows 95 wird es auch dieses Mal einfach etwas dauern, bis man sich daran gewöhnt hat.

Für mich als Entwickler aber viel spannender sind die neuen Möglichkeiten, mit den neuen Platformen und Bibliotheken zu programmieren. Es wächst langsam zusammen, was zusammen gehört, die grundsätzlichen Techniken für die Endgeräte werden mehr und mehr gleich, damit wird es für Entwickler leichter, zwischen den Welten zu wechseln. Auf der Serverseiten entstehen fantastische Möglichkeiten, zum Beispiel RESTful Webservices mit wenigen Zeilen Programmcode zu erstellen und eine Windows Store-App damit zu verbinden.

Was man dann damit macht, ist ein anderes Thema, die richtige Idee für eine Store-App muss man natürlich noch selber haben.

Die Cloud-Plattform „Windows Azure“ war ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz. Die Möglichkeiten sind faszinierend und werden ständig erweitert. Neue  Services wie „Windows Azure Mobile Services“ erleichtern den schon beschriebenen Weg, Store Apps mit der Cloud zu verbinden. Das Feature war lange Zeit in der Preview und ist jetzt offiziell „live“. Das neuste Preview-Feature ist Auto-Scaling für Cloud Services, Web Sites und Virtual Machines. Anhand der durchschnittlichen CPU-Auslastung oder einem bestimmten Füllstand einer Queue kann die Plattform selbstständig neue Instanzen starten oder unnötige Instanzen beenden.

Der ganze Umfang der Techniken und Möglichkeiten wurde an den drei Konferenztagen in vielen Sessions von Microsoft-Experten demonstriert. Teilweise hätte ich mich am Liebsten geteilt, die Entscheidung, welche Session die richtige ist, war oft schwierig. Mein Ziel, die Themen ASP.NET und Azure möglichst umfassend abzudecken, habe ich fast erreicht und fehlende Sessions kann sich jeder später auf der Microsoft Channek9-Seite anschauen. Was nicht fehlen durfte und hilfreich war ist der Kontakt zu den Experten vor Ort. Zwischen den Sessions und in der „Big Hall“, der großen Ausstellungsfläche, gab es genug Zeit, konkrete Ideen und Anforderungen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Eine Gefahr besteht allerdings in der schönen, einfachen Welt, in der sich alles zusammenklicken lässt: Nur wenige Anwendungen werden sich damit begnügen, Einträge 1:1 in Datenbanken zu speichern. Die auf der Konferenz gezeigten Beispiele gehen jedoch selten über dieses Szenario hinaus. Aber wie funktioniert das in komplexen Anwendungen? Zum Zeigen der Möglichkeiten ist das der richtige Weg, die nächsten Wochen werden zeigen, wie diese Techniken jetzt wirklich eingesetzt werden können. Mit diesen Bedenken im Kopf kommt ein weiterer, wichtiger Aspekt des Konferenzbesuchs ins Spiel, nämlich die Möglichkeit, direkt mit den Experten in Kontakt zu kommen und derartige Gedanken zu diskutieren. Ich stehe Microsoft und Windows nicht vorbehaltlos positiv gegenüber, aber nach diesen drei Tagen konnten viele Bedenken ausgeräumt werden, und als Ergebnis des Konferenzbesuchs stimme ich der Aussage von Steve Ballmer aus der Keynote zu:

„The future of Windows has never been brighter“.

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